RÜCKBLICK: OEKUMENISCHE SENIORENFREIZEIT


Vom 22. bis 30. Juli  -  Bad Schandau - Sächsische Schweiz

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Bad Schandau, Kurort im Herzen der Sächsischen Schweiz, war Ziel unserer diesjährigen oekumenischen Seniorenfreizeit, die ich ausarbeiten konnte. Die evangelische Pastorin Uta Callies und ich und 50 Senioren/innen aus der evangelischen St. Petri-Gemeinde und der katholischen Gemeinde St. Heinrich und Kunigunde machten sich gemeinsam auf den Weg. Unser Hotel befand sich unmittelbar an der Elbpromenade.

Neben der reizvollen Felsenwelt des Elbsandsteingebirges bot die Landschaft unzählige Möglichkeiten, Natur und Kultur zu genießen, z.B. mit der Raddampferflotte eine Fahrt auf der Elbe; mit der S-Bahn nach Königstein, Pirna oder Dresden; Wandern; Schwimmen im neuen Schrammsteinbad; Radfahren auf dem Elbe-Radweg nach Tschechien; den „Vogelhändler“ genießen auf der Naturbühne von Rathen; Singen und Musizieren an den Abenden und vieles mehr; oder ... einfach die Seele baumeln lassen. Viele Fahrten konnten wir für die Senioren mit den Kirchbullis beider Gemeinden anbieten, um die Nebenkosten für die Senioren gering zu halten.
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Wichtig war uns bei allen Angeboten, wir sind eine kirchliche Gruppe – eine Oekumenische Ge-meinschaft. Dies haben wir in gemeinsamen Gebeten bei Tisch, Andachten oder Themenabenden deutlich gemacht. „Typisch katholisch – typisch evangelisch“ war einer dieser Abende, die nicht nur in Bad Schandau zu guten Gesprächen und Diskussionen über Glaubensfragen geführt haben, sondern auch bis heute nachwirken. Gegenseitige Vorurteile konnten geklärt werden und wir stellten fest, dass manche Unsicherheit auf mangelnde Kenntnis beruht. Eine Vielzahl von Gesprächen ist so in Gang gekommen, Interesse wurde geweckt am Gottesdienstbesuch bei der jeweils anderen Konfession und neue Freundschaften entstanden.

Viel zu schnell vergingen die schönen Tage. Dankbar dürfen wir auf diese frohe Zeit zurückblicken. Wie tief betroffen war ich, als kurz nach unserer Abreise Bad Schandau im Fernsehen gezeigt wurde: schandau4.jpg (7540 Byte)Eine Jahrhundertflut hat die Stadt und die gesamte Region erfasst. Sintflutartige Regenfälle haben Bäche und Flüsse zu reißenden Strömen anschwillen lassen. Die Elbe bei Bad Schandau hat normal einen Wasserpegel von 2 m. Durch das Ansteigen der Wasserstände führte die Elbe hier ein Hochwasser von 12,04 m – fast unvorstellbar (z.B. war mein Hotelzimmer in der ersten Etage komplett unter Wasser). Diese Jahrhundertflut hat Deutschland lange in Atem gehalten, denn der ganze Flusslauf der Elbe war betroffen. Nicht nur mir kamen die Tränen am Fernsehen beim Anblick großer Not und Verzweiflung der Menschen, die alles verloren haben. Dazu muss man wissen, dass die Menschen in der ehemaligen DDR seit der Wende in liebevoller Weise ihre Häuser und Städte mit Hilfe von Krediten renoviert und hergerichtet haben (zu DDR Zeiten war dies unmöglich).

Eine große Solidarität zeigte sich in zahlreichen Spendenaktionen, aber auch durch tatkräftige Hilfe vieler Menschen. In verschiedenen Gruppen konnte ich für die Flutopfer 1.700,-- € sammeln und an die Pfarrei in Bad Schandau senden. Am 1. Oktober erhielt ich von der Gemeinde dort ein Dankschreiben. schandau5.jpg (5360 Byte)
Hieraus ein kleiner Auszug: „Nun ist das Wasser zurückgegangen. Danach wurde in der Stadt und in den Dörfern geräumt. Die Straßen waren übervoll mit durchnässten Möbeln, Kühlschränken, Schutt, Elbschlamm, der furchtbar roch, auch weil so viele Öltanks aus der Verankerung herausgerissen und ausgelaufen waren. So fuhren Tag für Tag große LKW durch die Straßenschluchten, die die Stadt vom Schutt säubern sollten. Viele hunderte Helfer waren im Einsatz. Bad Schandau war für viele Tage fast eingeschlossen von den Müllbergen. Erschwert wurde alles, da es kein Strom und Gas gab. Für vier Wochen ging auch kein Telefon. Jetzt kehrt die Ruhe ein. In den kleinen Straßen starren schwarze Schaufensterlöcher gespenstisch auf uns. Viele kommen jetzt zur Besinnung, sie weinen. Auch Männer weinen. GOTT HELFE UNS !!“ Ja! Gott helfe den Menschen in den betroffenen Regionen, denn jetzt brauchen Sie nicht nur materielle Hilfe. ...


Schwester Gisela Filbrich